Über unseren Garten

Unser Garten ist 500 qm² groß. Mein Mann und ich haben ihn mit dem Haus 2008 übernommen. Zuvor war es der Garten meiner Großeltern, deshalb habe ich gleich viele schöne Erinnerungen mit dem Garten verbunden. Früher war er hauptsächlich Nutzgarten, bis ihn meine Großeltern nicht mehr bewirtschaften konnten. So bestand er zum Zeitpunkt unseres Einzugs hauptsächlich aus pflegeleichter Wiese und einigen mittlerweile zu großen Tannen im Vorgarten. Seit wir eingezogen sind hat sich nach und nach viel verändert unsere Familie ist gewachsen und der Garten ist für meine Familie und mich zu unserem kleinen Paradies geworden, mit schönen Staudenbeeten, gemütlichen Plätzchen, einem Gemüsegarten und vielem mehr.

Samstag, 8. Dezember 2018

ganzjährig blühende Beete








Schöne Beete rund ums Jahr!
Wie machst du das, dass es bei dir immer blüht, fragen mich oft Freunde. Was es dafür braucht? Hier mein persönliches Rezept für ein blühendes Beet vom Frühling bis zum Herbst :


Beim anlegen eines Beetes arbeite ich gerne mit einem Pflanzplan oder auf jeden Fall aber mit einer Pflanzenliste. Die Auswahl der Pflanzen sollte dem Standort also den Lichtverhältnissen, der Feuchtigkeit und Bodenbeschaffenheit des Standortes angepasst sein.
Für die Bepflanzung verwende ich gerne Stauden, Zwiebelblüher, ein- oder zweijährige Sommerblumen und blühende sowie immergrüne Gehölze.
Warum diese Mischung? Ich selbst finde es einfacher mit einer Kombination aus diesen einzelnen Elementen zu arbeiten, um abwechslungsreiche Beete, mit langer Blütezeit zu gestallten. Warum beschreibe ich euch einfacher im Zusammenhang.
Grundsätzlich ist wichtig zu wissen, dass sich ein Beet meist von der Höhe nach hinten hin staffelt. Das bedeutet, die höheren Pflanzen setzt man eher in den hinteren Teil, dazu gehören natürlich auch die meisten Gehölze. Es soll aber nicht als starre Regel verstanden werden, sondern als Hilfestellung. Ganz vereinfacht gesagt, steht eine hohe Pflanze vorne im Beet,so versperrt sie die Sicht auf dahinter liegende Pflanzen.



Auch hier gilt aber, jede Regel hat eine Ausnahme. Solch eine Ausnahme wäre wenn die größere Pflanze eine gewisse Transparenz hat, so kann man hindurchsehen oder wenn die dahinterliegenden Pflanzen gleich hoch sind also das Beet in diesem Bereich insgesamt in der Höhe ansteigt. Solche Brüche schaffen Spannung. Bei einer wiesenartigen Bepflanzung, kann die Höhenstaffelung ebenfalls aufgehoben werden um den gewünschten natürlichen Effekt zu erzielen. Auch in modernen Pflanzungen gibt es die klassische Höhenstaffelung manchmal nicht.
Nun aber zu den Gehölzen, sie bilden in Beet eine Art Gerüst oder Rahmen, mit ihren Ästen bringen sie auch im Winter Struktur und Höhe ins Beet. Durch farbiges, immergrünes oder besonders schönes Laub, können gut ausgewählte Gehölze in einem Beet einen schönen Aspekt, über die ganze Vegetationsperiode hindurch schaffen. Im Herbst zeigen viele Gehölze eine prächtige Herbstfärbung, diesen Vorteil kann ich bei der Beetgestaltung ebenfalls sehr schön einsetzen. Mit einem herbstfärbenden Gehölz, an der richtigen Stelle, kann ich im Beet nochmal ein sehr schönes Highlight im späten Jahr schaffen.



Auch im zeitigen Frühjahr wenn viele Stauden erst austreiben, bringen oft, die früh blühenden Gehölze und die Zwiebelblüher mit ihrer Blütenpracht, den ersten schönen Frühlingsflor in das Beet. 



Die Zwiebelblüher sind sowieso eine ganz wunderbare Ergänzung in einen Beet. Sie benötigen relativ wenig Platz und trotzdem zaubern sie, für einen ganz bestimmten Zeitpunkt im Jahr, ein tolles Blütenmeer. Meiner Erfahrung nach wirken Zwiebeln aber nur wirklich schön wenn sie zu mehreren eingesetzt werden. Eine einzelne Tulpe sieht Nichts gleich aber schon eine Menge von 9 oder mehr Tulpen wirkt in einem kleinen Beet ganz anders. Dabei gibt es die Möglichkeit ganz strikt bei ein und derselben Sorte zu bleiben oder aber auch zB bei Tulpen oder Narzissen unterschiedliche Farben miteinander zu kombinieren. Ebenfalls sehr schön ist es, gleich mehrere ganz unterschiedliche Zwiebelblüher zusammen zu pflanzen. Es gibt nicht nur Zwiebelblüher für den Frühling sondern man kann eigentlich das ganze Jahr hindurch sein Beet, mit diesen schönen kleinen Schätzen ergänzen. Oft sind sie bei mir auch in Zeiten, in denen wenig Anderes blüht das Highlight im Beet. 


Allium Globemaster

Narcissus poeticus

Gladiolus cummunis byzantinus


Die ein oder zweijährigen Sommerblumen, können sehr gut in Lücken im Beet gepflanzt werden und bilden mit ihrer oft langanhaltenden Blühte eine wunderbar fröhliche und dankbare Ergänzung im Beet. Ich persönlich mag da, die eher unkomplizierten Kandidaten, wie die Jungfer im Grünen oder den Fingerhut auch die Stockrosen gehören zu denjenigen, die sich einfach direkt ins Beet sähen lassen oder sich sogar selbst ihre Plätze durch Aussaht suchen. Natürlich kann man auch etliche dieser dankbaren Pflänzchen vorziehen und dann genau dort einsetzen, wo man sie im Beet haben möchte. Mir persönlich ist es nur zu aufwändig sie Vorzuziehen außerdem ist der Platz auf meiner Fensterbank schon fürs Gemüse reserviert. 



Anthriscus sylvestris Ravenswing

Hibiscus trionum Verbena bonariensis

Digitalis purpures


Nun aber zum Schwerpunkt meines gemischten Beetes, diesen bilden die Stauden. Bei der Planung eines Beetes würde ich immer die Stauden und die Gehölze zuerst berücksichtigen, um dann mit Sommerblumen und Zwiebeln zu ergänzen. Das schöne an den Stauden ist ihre Beständigkeit. Über Jahre hinweg erfreuen sie uns mit ihrer Blütenpracht und wachsen und gedeihen. Es gibt unendlich viele Stauden, in allen Farben, Formen, Höhen und mit den verschiedensten Blühperioden von Frühling bis in den Herbst. Ein unerschöpflicher Fundus sozusagen, für Blütenfreude durch das ganze Jahr hindurch. Bei der Planung empfiehlt es sich zuerst zu überlegen, was für einen Charakter mein Beet haben soll, soll es eher natürlich aussehen, vielleicht ähnlich einer Blumenwiese oder wie in einem Bauerngarten, gibt es ein Farbkonzept oder soll es wild bunt sein, die Möglichkeiten sind vielzählig und jeder kann seine Kreativität ganz nach seinem persönlichen Geschmack ausleben. Wichtig ist nur eine Vision, ein Ziel vor Augen zu haben wo die Reise hingehen soll. Ich finde Beete ohne Konzept wirken oft nicht stimmig. Ein Beet das wahllos mit einzelnen Pflanzen, die mir gefallen, bestückt ist kann schnell unruhig wirken. Wenn ich diese Vision ,der Anmutung meines Beetes habe dann beginne ich passend dazu Stauden auszuwählen. Bei der Auswahl sollte unbedingt der Blühzeitraum beachtet werden. Wenn ich mein Beet im Juni anlege und in der Gärtnerei nur Pflanzen kaufe, die gerade blühen, blüht mein Beet eben nur im Juni. Aber es gibt einige Tricks mit denen ich gerne arbeite, um eine lange Blühdauer zu erreichen. Bei den Stauden gibt es  Dauerblüher, die über einen langen Zeitraum durchblühen dazu gehören Nepeta x faassenii und Calamintha nepeta. Außerdem gibt es Stauden, die durch einen gezielten Rückschnitt mehrmals im Jahr oder über einen längeren Zeitraum blühen wie Salvia nemorosa . Zudem verwende ich dann auch noch gerne Stauden mit attraktivem Laub wie Heuchera oder mit schönen Samenständen wie Echinacea. Mit diesen Multitalenten an Stauden kann ich auf relativ kleinem Raum langanhaltend schöne Effekte im Beet erzeugen.



Blattschmuck Heuchera

Salvia nemorosa

Nepeta faassenii Walkers Low

Calamitha nepeta Blue Cloud

E
s gibt einige Dinge, die ich bei meiner Planung immer gerne im Hinterkopf behalte. Dazu möchte ich das Beet mit einem Theaterstück vergleichen um die Beschreibung zu vereinfachen. Also in meinem Beet ist es wie bei einem Theaterstück, in dem es verschiedene Rollen zu besetzen gibt.

Es gibt meist mindestens einen oder besser mehrere Hauptdarsteller, die hervorstechen sollen. Diese können als einzelne Pflanzen gesetzt werden, die Nebendarsteller und die Komparsen werden meist in Gruppen verwendet, also mindestens drei, besser fünf oder mehr Exemplare einer Art. 


Hauptdarsteller Echinacea, Nebendarsteller Polygonum amplexicaule Roseum, Komparsen Pennisetum

Hauptdarsteller Phlox, Nebendarsteller Geranium Rozanne, Komparsen Heuchera, Brunnera macrophylla Jack Frost

Eine Ausnahme sind dabei auch wieder besonders naturhafte, wiesenartige Pflanzungen oder sehr modern angelegte Beete weil diese eine andere Wirkung erzielen sollen, wird mit den, ich nenne es mal `traditionellen Regeln`, öfter bewusst gebrochen. Bei mir in meinem klassischen Beet gibt es entweder einen Hauptdarsteller, mit langer Blütezeit oder mehrere Hauptdarsteller, die sich sozusagen mit blühen ablösen. Auch Nebendarsteller können vorübergehend, für kurze Zeit, die Hauptrolle im Beet übernehmen. Sie sind in ihrer Erscheinung nicht ganz so auffällig wie die Hauptdarsteller aber können in der Gruppe durchaus auch sehr prächtig wirken. Als Komparsen setze ich gerne Pflanzen ein, die nicht so auffällig sind sondern durch Beständigkeit punkten, wie zu Beispiel durch schönes Laub oder eine schöne Struktur und natürlich auch oft durch eine langanhaltende aber dezente Blüte. Im Beet selbst werden die Hauptdarsteller auf eine, von allen Seiten gut einsehbare, exponierte Position gesetzt, sie sollen ja Raum für ihren großen Auftritt haben. Die Nebendarsteller und die Komparsen werden entweder in kleinen, sich wiederholenden Gruppen, um die Hauptdarsteller drapiert oder man kann sie sozusagen in geschwungenen Reihen, die sich wie Bänder durchs Beet ziehen pflanzen. Dabei achte ich auch immer ein wenig darauf, dass sich die verschieden Blütezeitpunkte ganz gleichmäßig auf die Gesamtfläche des Beetes verteilen. Wenn das mal nicht so möglich ist, verwende ich gerne Stauden, die neben der Blüte schöne Aspekte wie Laub oder Samenstände aufweisen um trotzdem ein attraktives Bild zu erhalten. Sonst blüht womöglich, die rechte Seite des Beetes nur im Frühling und ist dafür, den Rest des Jahres hindurch recht langweilig. Ich versuche bei meinen Pflanzungen immer, dass ich an jeder Stelle des Beetes etwas für den Frühling, den Sommer und den Herbst habe. Das ist manchmal etwas kniffelig aber solange die Pflanzen noch nicht im Beet sind kann ich ja daran feilen bis es alles passt. Worauf ich auch gerne achte, sind Blüten- und Blattstrukturen abwechslungsreich zu gestalten aber das ist glaube ich nochmal ein Thema für sich. Einen Tipp dazu möchte ich aber trotzdem gerne weitergeben, er ist einfach und deshalb genial. Ein Gärtner hat mir mal geraten die Blüten, die miteinander also zur gleichen Jahreszeit blühen, abzupflücken und aneinander zu halten, um zu sehen ob sie gut miteinander harmonieren. So das wären meine persönlichen Tipps für ganzjährig blühende Beete und den wichtigsten Tipp gibt es natürlich zum Schluss: Das Ganze ist ein kreativer Prozess, Fehler und Versuche sind jederzeit erlaubt und sogar erwünscht denn nur so kann sich etwas entwickeln. Vielleicht kann man es so sehen, es ist wie eine Komposition, bei der ihr nur ein paar Regeln im Kopf behalten müsst um ansonsten ganz kreativ und frei selbst zu komponieren. Es macht wirklich Spaß und falls es euch am Ende nicht ganz gefällt, Stauden kann man auch immer nochmal verpflanzen, es ist nichts Endgültiges daran. Ein Beet wächst und entwickelt sich oft auch anders wie geplant und wir können glücklicherweise jederzeit eingreifen um etwas zu verändern oder zu regulieren.


Ein Beet durch das Gartenjahr



















Kommentare:

  1. Interessant, ein Beet mit einem Theaterstück zu vergleichen! Ich bewundere es, wenn alles nach Plan gepflanzt ist... aber doch natürlich aussieht. Ich gehe da immer sehr planlos vor und denke mir dann hinterher... hey, das passt ja mal gar nicht.
    Bei mir liegt der Schwerpunkt eher darauf, dass alles sehr pflegeleicht ist. Mit zwei Gärten und drei Männern bin ich doch ganz gut beschäftigt! Haha..
    Viele Grüße von
    Margit

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  2. Liebe Margit, so war es für mich am leichtesten zu beschreiben. Und du hast Recht ein wenig Zeit muss man sich schon nehmen um ein Beet so zu planen aber ich finde es lohnt sich am Ende. Wenn man schon lange gärtnert dann geht Vieles automatisch weil man die beschriebenen Dinge sowieso im Hinterkopf hat und beachtet oder vielleicht auch wie bei dir Intuitiv richtig macht denn dein Garten ist ja auch so sehr schön.
    Liebe Grüße Saskia

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  3. Wirklich eine sehr gelungene Vorstellung, liebes Wildbienchen!
    In den 10 Jahren hast Du Dir jede Menge Erfahrung angeeignet - richtig super und nachahmenswert!
    Dir alles Liebe und eine wunderschöne Weihnachtszeit
    Heidi

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  4. Danke liebe Heidi, es ist meine Leidenschaft :) und deshalb freut es mich umso mehr wenn du das so siehst.
    Ich wünsche dir auch ganz schöne Weihnachten liebe Grüße Saskia

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