Über unseren Garten

Unser Garten ist 500 qm² groß. Mein Mann und ich haben ihn mit dem Haus 2008 übernommen. Zuvor war es der Garten meiner Großeltern, deshalb habe ich gleich viele schöne Erinnerungen mit dem Garten verbunden. Früher war er hauptsächlich Nutzgarten, bis ihn meine Großeltern nicht mehr bewirtschaften konnten. So bestand er zum Zeitpunkt unseres Einzugs hauptsächlich aus pflegeleichter Wiese und einigen mittlerweile zu großen Tannen im Vorgarten. Seit wir eingezogen sind hat sich nach und nach viel verändert unsere Familie ist gewachsen und der Garten ist für meine Familie und mich zu unserem kleinen Paradies geworden, mit schönen Staudenbeeten, gemütlichen Plätzchen, einem Gemüsegarten und vielem mehr.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Eine Kräuterschnecke

Eine Kräuterschnecke für einen Kindergarten



Vor ein paar Wochen hatte mich eine Freundin angerufen, ob ich vielleicht helfen könne;
Ihre große Tochter kommt nach den Sommerferien in die Schule und die Eltern der Vorschulkinder möchten dem Kindergarten zum Abschied gerne eine Kräuterschnecke bauen. Eine Kräuterschnecke das fand ich eine sehr schöne Idee, gerade für Kinder und da ich bei diesem Projekt, ja sowohl meine Erfahrung als Erzieherin, als auch meine Leidenschaft als Gärtnerin mit einfließen lassen konnte, war ich sofort begeistert. Nach einiger Planung und Organisation war es soweit alle Materialien waren beschafft und der Bau konnte beginnen.

Die Kinder haben gute Vorarbeit geleistet und mit etwas Hilfe
ein im Durchmesser etwa 2m breites uns 20cm tiefes Loch ausgegraben.
Ein Fundament aus Splitt wurde etwa 20cm dick von uns ausgebracht,
 dass bildet den Untergrund und dient auch als Drainage.
Darauf haben wir die erste Reihe Steine gesetzt



Wir haben einen Bottich als Feuchtbereich unten an der Kräuterschnecke eingegraben
 und die Steine zur Mitte hin ansteigend immer höher geschichtet.
Die Trockenmauer tragt sich selbst, mit etwas Neigung zur Mitte wird das Gewicht abgefangen.
Es war nicht immer ganz leicht, die Steine stabil zu setzen.
Eine durchaus anspruchsvolle Puzzelaufgabe für die Helfer.



Die Kräuterschnecke baut sich von feucht, eher schattig und geschützt
 zu warm, trocken und sonnig auf.
So auch die Befüllung, unten mit eher schwerem lehmhaltigen Boden,
 der mit viel nährstoffreichem Kompost gemischt wurde
und nach oben hin mit immer mehr Sand abgemagert wird .
 Den hohen mittleren Teil der Schnecke haben wir bis auf 30cm mit Splitt angefüllt
 und dann oben nur mit einem Erde-Sand-Gemisch angefüllt.



Die unbepflanzte Kräuterschnecke mit dem Kiesweg Außenrum
auf dem die Kinder gut an alle Kräuter kommen




Die fertig bepflanzte Kräuterschnecke von unten nach oben:
Wasserminze, Schokominze, Erdbeerminze, Ananasminze, Blutampfer,
Schnittknoblauch, Mandarinenminze, Liebstöckel, Monatserdbeere, Schnittlauch,
Basilikum schottische Petersilie, Colakraut, gelber Oregano, Rosmarin, Zitronenthymian,
Lavendel, buntblättriger Salbei und echter Salbei.
Die Namen der Kräuter haben wir auf Schneckenhäuser geschrieben,
die wir auf Stecken befestigt und in die Erde gesteckt haben.

Die Kinder haben ganz toll beim Bau der Kräuterschnecke mitgeholfen, sie haben schwere Kieseimer geschleppt, Erde verteilt und gemischt, ganz fleißig Schneckenhäuser gesammelt und gereinigt und die besten Stecken haben natürlich auch sie gefunden. außerdem hatten wir zu unserem Glück auch ein paar sehr mutige Vorkoster dabei, die ganz selbstlos jedes einzelne Kräutchen probiert haben. Ich hoffe das alle Kinder im Kindergarten sich genauso an der schönen Kräuterschnecke freuen und die unterschiedlichen Aromen und Düfte der Kräuter mit genau soviel Entdeckergeist erforschen, wie die Vorschulkinder 2017.
Da ist mir noch was eingefallen mein Lieblingsabzählvers , ich habe ihn etwas umgewandelt und so läßt er sich wunderbar als Spiel für die Kräuterschnecke verwenden:

Schnicke Schnacke Schnecke wer kriecht da um die Ecke, 
Schnicke Schnacke Schneck wie wohl dieses Kräutchen schmeckt? 
Schnicke Schnacke Schneck wer kriecht da um die Eck
und nascht den Schnittlauch weg.

Allen Beteiligten ein ganz liebes Dankeschön es hat sehr viel Spaß gemacht mit euch!


Donnerstag, 8. Juni 2017

1X1 der Beetgestaltung

Ganzjährig blühende und abwechlungsreiche Beete, ohne zu viel Pflege!


Das hört sich erst mal an, wie eine etwas unrealistische Werbung eines Gartendesigners,
Ist aber durchaus möglich. Zu diesem Post haben mich zwei sehr wunderbare und langjährig erfahrene Gärtner von den Studentenfreunden inspiriert. Ich bin selbst Mitglied bei den Staudenfreunden und kann es nur weiterempfehlen, denn wie gesagt bekommt man in diesem Verein der Staudenliebhaber wunderbare Anregungen, viele hilfreiche Tipps , man kann sich tolle Gärten anschauen und lernt viele nette Menschen kennen. Aber nun zurück zu den Beeten:
Um ganzjährig schöne Beete ohne zu viel Pflegeaufwand zu gestalten muss man meiner Meinung nach einige Grundregeln beachten und wenn man dazu noch etwas experimentierfreudig ist und sich von Fehlschlagen nicht entmutigen lässt, sondern sie nützt um Neues zu wagen dann kann das jedem gelingen.

Es gilt zu beachten.

  • Welche Lichtverhältnisse habe ich an dem gewünschten Standort
  • Ist es eine eher trockene oder feuchte Gartenpartie
  • Ist der Boden schwer mit hohem Lehm Anteil, für die Anfänger wäre dafür die beste Umschreibung wie Ton, Humos so wie z. B Waldboden oder Sandig
Danach wählt man die Pflanzen aus, dabei kann man sich online behelfen,dort gibt es zahlreiche Gärtnereien die, die Lebensbereiche der Pflanzen sehr gut beschreiben. Natürlich sind auch die Staudengärtnereien vor Ort sehr kompetent und können euch bestimmt bei der Auswahl helfen. Ich Versuche immer zu erfahren, wo meine Pflanzen, an ihrem natürlichen Standort wachsen, dazu nutze ich gerne Wikipedia, mit diesem Wissen kann man auch meist die Ansprüche ableiten. Außerdem finde ich es auch spannend zu erfahren woher die Pflanzen stammen, so erkennt man nämlich ganz schnell, dass unsere Gärten auch, und zwar schon seit langer Zeit, Multikulti sind. Schon viele der alten Bauerngartenpflanzen stammen z.B.aus Asien.

Als nächstes sollte man Pflanzen wählen, die gut harmonieren.
  • Ausbreitunsfreudige auch neben starke Partner setzen und ihnen genug Platz einräumen um sich entfalten zu können
  • die sensiblen, die nicht so stark zum wuchern neigen, neben entsprechende Partner oder mit viel Abstand zu den dominanten Kollegen
  • Die Wanderer, die sich gerne aussähen sind gute Lückenfüller vorausgesetzt sie lassen sich wenn sie unerwünscht sind auch wieder leicht entfernen, sonst werden sie schnell lästig. Man kann in diesem Fall aber die Samenstände vor der Reife entfernen und sie so am umherstreunen hindern.


Zu den gestalterischen Aspekten 

  • Der Blütezeitpunkt sollte über das Jahr verteilt sein, ein guter Trick dabei ist es, zwischendurch Dauerblüher zu setzen, es gibt Stauden die über mehrere Monate blühen,. Dazu kommen dann die Stars, die nur für kurze Zeit mit ihrer Pracht im Rampenlicht stehen. Ich greife auch gerne auf remontierende Stauden zurück um den Blütezeitpunkt zu verlängern. Remontierend bedeutet wenn man sie direkt nach der Blüte schneidet blühen sie mit etwas Dünger später noch ein zweites Mal. Bei der Auswahl könnt ihr die oben bereits genannten Hilfsmittel zu Rate ziehen.

Delphinium magic fountain remontierend



Geranium jolly bee Dauerblüher und Phlox remontierend



Nepeta faassenii walkers low Duerblüher, Allium Globemaster und Iris barbata alle in lila, blau Tönen




  • Die Blütenfarben sollten entweder harmonieren oder im gewollten Kontrast stehen, dazu ist aber zu sagen, dass generell das schön ist was ihr persönlich als schön empfinde.


    Rund und Lang: Allium Globmaster und Salvia nemorosa caradonna Dauerblüher und remontierend


  • Ich persönlich empfinde auch Strukturen in einem Beet sehr wichtig, es gibt ja auch ein nach der Blüte. deshalb achte ich auch auf die Blattformen das sie abwechlungsreich sind und schön zueinander im Kontrast stehen.
  • längliche Blätter und eher Runde, Hemerocallis und Heuchera


  • Ein Ruhepol in Form einer großblättrigen Staude, eines Grases oder eines, in Form und Farbe ruhigen, Formgehölzes wie Buchs oder Eibe ergibt ebenfalls einen Ruhepol. Das empfindet unser Auge als angenehm und die blühenden Schönheiten gewinnen dadurch außerdem wird bei den Gräsern und immergrünen Formgeholzen auch ein schöner Winteraspekt erzeugt.
unterschiedliche Blattstrukturen Akanthus, Darmera peltata und Tsunga canadensis pendula immergrün
Nepeta, Campanula, Anthriscus sylvestris Raven Wing, Salix helvetica


  • Es gibt bei den Blättern der Stauden unterschiedliche Farbtöne, mit denen sich schöne Akzente setzen lassen, dazu gehören die verschiedenen Grüntöne und auch die dunkellaubigen oder panaschierten Blätter verwende ich gerne um damit eine schöne Wirkung in einem Beet erzielen.

Rodgersia purdomii, heuchera,Hakonechloa macra, Aureola, Ligularia dentata

  • Viele Stauden haben einen schönen Herbstaspekt in dem sie ihr Laub in prächtige herbstliche Farben umschlagen. So bekommt man mit ein und derselben Staude einen schönen Aspekt an zwei verschiedenen Zeiten einmal an der Hauptblüte und einmal im Herbst. Da lacht das Gärtnerherz.
Darmera peltata und Onoclea sensibilis


Hosta, Hydrangea quercifolia und  Pinus parviflora glauca immergrün


  • Gehölze sind für mich in einem Beet wichtig. da folge ich gerne dem Vorbild der English Broder bei der Gehölze mit Blüte und Blatt ein wichtiges Gestaltungselement sind.
    Pyrus salicifolia Pendula und Sambucus nigra blach lace zwei meiner lieblings Gehölze
  • Nicht zu vergessen ist die Höhenstaffelung in der Regel wird ein Beet von frone nach hinten flach also niedrig wachsende Stauden zu hohen gestaffelt wobei ich finde das ein hohern bereich im fordern Teil der nur wenig nach hinten ansteigt und sich von seinen flächeren Nachbarn etwas abhebt auch sehr schön ist und es sieht dann nicht so "Gemacht" sonder Natürlicher aus wie ich finde.
Ich hoffe ich kann mit diesem Post einigen von euch anregen und Mut machen selbst einmal die Gestaltung eines Staudenbeetes auszuprobieren. Falls ihr noch etwas wissen wollt traut euch ruhig einen Kommentar zu hinterlassen.

Montag, 24. April 2017

Frostschaden und was jetzt

Ein kleiner Nachtrag zum Thema Wetterkapriolen,
In den letzten Tagen hatte ich sehr viele Notrufe von Freunden aus unserer Umgebung, denen es so ging wie mir selbst. Der Frost hatte auch bei ihnen so einigen Schaden im Garten angerichtet. Allen Gemeinsam war nun die Ratlosigkeit, was tun mit den angegriffenen Pflanzen Sträucher und Bäumen?
Deshalb dieser Nachtrag, Natürlich muß man schon von Pflanze zu Pflanze individuell schauen und dementsprechende Maßnahmen durchführen aber so ganz verallgemeinert, kann man sagen, hilft es erst einmal etwas Geduld zu haben. Oft sieht alles erst einmal schlimmer aus, vor allem wenn alle Blätter welk sind und traurig braun herabhängen. Das sieht wirklich nicht sehr schön aus, ich weiß. Aber erst nach einiger Zeit zeigt sich bei den meisten Bäumen und Sträuchern, dazu zähle ich in diesem Fall auch die Hortensien und Rosen, was tatsächlich tot also abgestorben ist und wo noch das meiste an Leben drin steckt. Erst dann wenn das ersichtlich ist würde ich empfehlen beherzt zur Schere zu greifen und bis auf die stärksten, kräftigsten Triebe runter zu schneiden. Bei den Stauden verhält es sich anders alles was schlapp und verfärbt ist kann radikal bis auf 2cm abgeschnitten werden. Extrem wichtig ist meiner Meinung nach sofort nach einem solchen Schaden zu Düngen am besten mit einem für die Pflanzen schnell zugänglichen Dünger wie z.B  wenn es biologisch sein soll Hornmehl oder Brennnesselbrühe es empfiehlt sich auch etwas Schachtelhalmextrakt mit dem Gieswasser zu geben um die Zellen der Pflanzen zu stärken, für den nicht so ökologischen Gärtner eignen sich alle schnellzugänglichen Stickstoffdünger. Die Pflanzen brauchen auf jeden Fall Kraft um nochmal ganz neu auszutreiben, damit könnt ihr sie unterstützen. Ich hoffe unsere Gärten sehen bald wieder so schön aus wie vor dem Frost und an dies ganze Debakel erinnern uns dann nur noch die hohen Apfel und Traubenpreise, die wir dann noch dem Frost verdanken.